Schutzart IP 69 nach DIN EN 60529 (VDE 0470)
Die Schutzart eines Gehäuses wird durch das Kennzeichen IP (Ingress Protection) und eine zweistellige Kennziffer festgelegt. Die erste Ziffer definiert den Schutz für Personen und Betriebsmittel, die zweite den Schutz gegen Wasser.*
*Normenzitierung ohne Gewähr

Schutzart IP 69
Schutzgrad für Personen: Geschützt gegen den Zugang zu gefährlichen Teilen mit einem Draht.
Schutzgrad für Betriebsmittel: Staubdicht.
Schutzgrad gegen Wasser: Geschützt gegen Hochdruck und hohe Strahlwassertemperaturen mit Flachstrahldüse.
Erste Kennziffer: 6 | IP 6X | |
| Schutzgrad für Personen: | Geschützt gegen den Zugang zu gefährlichen Teilen mit einem Draht. | |
| Definition: | Die Zugangssonde, 1,0 mm Durchmesser, darf nicht eindringen. | |
| Prüfbedingungen: | Die Prüfung wird uner Verwendung einer Staubkammer durchgeführt, in der Talkumpuder über eine Staubumlaufpumpe o.ä. in der Schwebe gehalten wird. Das zu prüfende Gehäuse wird in der Prüfkammer aufgestellt und der Druck in dem Gehäuse durch eine Vakuumpumpe unter dem umgebenden atmosphärischen Druck entsprechend der Norm gehalten. | |
| Abnahmebedingungen: | Der Schutz ist zufriedenstellend, wenn keine Staubablagerung innerhalb des Gehäuses nach Abschluss der Prüfung sichtbar ist. | |
| Schutzgrad für Betriebsmittel: | Geschützt gegen Hochdruck und hohe Strahlwassertemperaturen mit Flachstrahldrüse | |
| Definition: | Wasser, das aus jeder Richtung unter hohem Druck und hohen Temperaturen gegen das Gehäuse gerichtet ist, darf keine schädlichen Wirkungen haben. | |
| Prüfbedingungen: | Die Prüfung wird unter Verwendung einer Staubkammer durchgeführt, in der Talkumpuder über eine Staubumlaufpumpe o.ä. in der Schwebe gehalten wird. Das zu prüfende Gehäuse wird in der Prüfkammer aufgestellt und der Druck in dem Gehäuse durch eine Vakuumpumpe unter dem umgebenden atmosphärischen Druck entsprechend der Norm gehalten. | |
| Abnahmebedingungen: | Der Schutz ist zufriedenstellend, wenn keine Staubablagerung innerhalb des Gehäuses nach Abschluss der Prüfung sichtbar ist. | |
Zweite Kennziffer: 9 | IP X9 | |
| Schutzgrad gegen Wasser: | Geschützt gegen Hochdruck und hohe Strahlwassertemperaturen mit Flachstrahldrüse | |
| Definition: | Wasser, das aus jeder Richtung unter hohem Druck und hohen Temperaturen gegen das Gehäuse gerichtet ist, darf keine schädlichen Wirkungen haben. | |
| Prüfbedingungen: | Das Gehäuse befindet sich auf einem Drehteller (5 Umdrehungen/Minute). Über eine Flachstrahldrüse, mit einem Druck von 8.000-10.000 kPa (1160 - 1450 psi) bei +(80+-5)°C, wird ein Volumenstrom von 14-16 Liter pro Minute aus einer Entfernung von 10-15 cm aus definierten Winkeln (0°, 30°, 60° u. 90°) auf das Gehäuse gespritzt. Die Prüfdauer beträgt je Position (Winkel) 30 Sekunden. | |
| Abnahmebedingungen: | Wasser, das aus jeder Richtung unter stark erhöhtem Druck gegen das Gehäuse gerichtet ist, darf keine schädliche Wirkung haben. | |
Hinweis:
Die bei den Gehäusen angegebenen Schutzarten beziehen sich auf unbearbeitete Standardgehäuse im Anlieferungszustand. Insbesondere beim Schutz gegen Wasser (zweite Kennziffer) sind die Testbedingungen erfüllt, wenn in der vorgegebenen Zeit des Versuchs kein Wasser oder Wasser in nicht schädlicher Menge eingedrungen ist. Da die Prüfungen der Schutzklasse keine Alterungen berücksichtigen, ist auch nicht die Aufrechterhaltung der Schutzklasse über die Lebensdauer des Gerätes gewährleistet. Ebenso sind Temperaturwechsel, wie sie z. B. bei Freiwitterung auftreten können, nicht berücksichtigt. Solche Temperaturwechsel führen u. a. zu Unterdruck im Gehäuse, und es kann unter Umständen Feuchtigkeit durch die Dichtungsbereiche angesaugt werden. BOPLA hält hierzu Druckausgleichselemente zum Einbau bereit.
FAQ
Die Schutzart IP69 bedeutet, dass ein Gehäuse vollständig staubdicht ist und gegen Hochdruck- und Heißwasserstrahlen geschützt ist. Die „6“ steht für vollständigen Staubschutz, die „9“ für den Schutz gegen Wasser unter hohem Druck und bei hoher Temperatur.
Ja, ein IP69-Gehäuse ist unter den definierten Prüfbedingungen gegen das Eindringen von Wasser geschützt. IP69 wurde speziell für Anwendungen entwickelt, bei denen Gehäuse starken Wasserstrahlen und hohen Wassertemperaturen ausgesetzt sind.
IP68 und IP69 schützen beide vor Staub und Wasser, decken aber unterschiedliche Belastungen ab. IP68 beschreibt den Schutz beim Untertauchen unter individuell festgelegten Prüfbedingungen. IP69 beschreibt dagegen den Schutz gegen Hochdruck- und Heißwasserstrahlen. Ein Gehäuse mit IP69 ist daher nicht automatisch für die bei IP68 geprüften Bedingungen geeignet.
Ja. IP69 wurde für den Schutz gegen Wasserstrahlen mit hohem Druck und hoher Temperatur entwickelt und eignet sich daher insbesondere für Anwendungen, bei denen Gehäuse regelmäßig intensiv gereinigt werden. Typische Einsatzbereiche sind beispielsweise Maschinen- und Anlagenbau sowie Anwendungen in der Lebensmittelindustrie.
Bei der IP69-Prüfung wird das Gehäuse auf einem Drehteller mit etwa 5 Umdrehungen pro Minute positioniert. Es wird mit Wasser mit einer Temperatur von 80 ± 5 °C, einem Druck von 8.000 bis 10.000 kPa und einem Volumenstrom von 14 bis 16 Litern pro Minute aus einer Entfernung von 10 bis 15 cm besprüht. Die Prüfung erfolgt aus definierten Winkeln; die Prüfdauer beträgt je Position 30 Sekunden.


