Schutzart IP 68 nach DIN EN 60529 (VDE 0470)

Die Schutzart eines Gehäuses wird durch das Kennzeichen IP (Ingress Protection) und eine zweistellige Kennziffer festgelegt. Die erste Ziffer definiert den Schutz für Personen und Betriebsmittel, die zweite den Schutz gegen Wasser.*

*Normenzitierung ohne Gewähr

Schutzart IP 68

Schutzgrad für Personen: Geschützt gegen den Zugang zu gefährlichen Teilen mit einem Draht.  

Schutzgrad für Betriebsmittel: Staubdicht.

Schutzgrad gegen Wasser: Geschützt gegen die Wirkungen beim Untertauchen in Wasser. 

Definition IP68

Erste Kennziffer: 6 

IP 6X   
Schutzgrad für Personen: Geschützt gegen den Zugang zu gefährlichen Teilen mit einem Draht   
Definition:  Die Zugangssonde, 1,0mm Durchmesser, darf nicht eindringen.  
Prüfbedingungen:  Die Zugangssonde wird gegen jede Öffnung des Gehäuses mit einer nach Norm festgelegten Kraft gedrückt oder sie wird durch diese Öffnung eingeführt.  

Abnahmebedingungen:  

Der Schutz ist zufriedenstellend, wenn ausreichend Abstand zwischen der Zugangssonde und gefährlichen Teilen eingehalten ist. 

 

Schutzgrad für Betriebsmittel:  

Staubdicht 
Definition:  Kein Eindringen von Staub. 
Prüfbedingungen:  Die Prüfung wird unter Verwendung einer Staubkammer durchgeführt, in der Talkumpuder über eine Staubumlaufpumpe o.ä. in der Schwebe gehalten wird. Das zu prüfende Gehäuse wird in der Prüfkammer aufgestellt und der Druck in dem Gehäuse durch eine Vakuumpumpe unter dem umgebenden atmosphärischen Druck entsprechend der Norm gehalten.  
Abnahmebedingungen:  Der Schutz ist zufriedenstellend, wenn keine Staubablagerung innerhalb des Gehäuses nach Abschluss der Prüfung sichtbar ist.  

 

 

Zweite Kennziffer: 8

IP X8
Schutzgrad gegen Wasser:  Geschützt gegen die Wirkungen beim Untertauchen in Wasser 
Definition:  Wasser darf nicht in einer Menge eintreten, die schädliche Wirkungen verursacht, wenn das Gehäuse unter Wasser getauch ist unter Bedingungen, die zwischen Hersteller und Anwender vereinbart werden müssen.  
Prüfbedingungen:  Das Gehäuse wird in einem Tauchbecken komplett unter Wasser getaucht. Die Tauchtiefe sowie die Prüfdauer werden entsprechend der Vereinbarung zwischen Hersteller und Anwender durchgeführt. In unserem hauseigenen Prüflabor können wir bis zu einer maximalen Tauchtiefe von 1,2 Meter testen. 
Abnahmebedingungen:  

evtl. eingedrungenes Wasser darf nicht 

- in einer solchen Menge vorhanden sein, dass das ordnungsgemäße Arbeiten des Betriebsmittels oder die Sicherheit beeinträchtigt ist;
- sich an Isolierteilen ablagern, wo es zu Kriechströmen führen könnte;
- spannungsführende Teile oder Wicklungen erreichen, die nicht zum Betrieb in nassem Zustand ausgelegt sind;
- sich in der Nähe des Leitungsendes ansammeln oder gegebenenfalls in die Leitungen eindringen.

 

Hinweis:

Die bei den Gehäusen angegebenen Schutzarten beziehen sich auf unbearbeitete Standardgehäuse im Anlieferungszustand. Insbesondere beim Schutz gegen Wasser (zweite Kennziffer) sind die Testbedingungen erfüllt, wenn in der vorgegebenen Zeit des Versuchs kein Wasser oder Wasser in nicht schädlicher Menge eingedrungen ist. Da die Prüfungen der Schutzklasse keine Alterungen berücksichtigen, ist auch nicht die Aufrechterhaltung der Schutzklasse über die Lebensdauer des Gerätes gewährleistet. Ebenso sind Temperaturwechsel, wie sie z. B. bei Freiwitterung auftreten können, nicht berücksichtigt. Solche Temperaturwechsel führen u. a. zu Unterdruck im Gehäuse, und es kann unter Umständen Feuchtigkeit durch die Dichtungsbereiche angesaugt werden. BOPLA hält hierzu Druckausgleichselemente zum Einbau bereit.

Gehäuse mit IP 68

FAQ

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zu IP 68.

Die Schutzart IP68 setzt sich aus zwei Ziffern zusammen, die den Schutz eines Gehäuses gegen äußere Einflüsse beschreiben.
Die erste Ziffer 6 steht für vollständigen Schutz gegen das Eindringen von Staub. Das bedeutet, dass das Gehäuse hermetisch abgeschlossen ist und selbst feinste Staubpartikel nicht eindringen können.
Die zweite Ziffer 8 beschreibt den Schutz gegen dauerhaftes Untertauchen in Wasser. Während IP67 nur kurzfristiges Untertauchen erlaubt, ist IP68 darauf ausgelegt, länger und in größerer Tiefe im Wasser zu verbleiben. Die konkrete Tiefe und Dauer werden jedoch nicht durch die Norm festgelegt, sondern vom jeweiligen Hersteller spezifiziert.

Da die zugrunde liegende Norm IEC 60529 keine festen Grenzwerte definiert, legt jeder Hersteller selbst fest, welche Tiefe und Dauer ein Produkt für IP68 erfüllen muss.
Typische Prüfparameter liegen beispielsweise bei 1,5 bis 3 Metern Wassertiefe für 30 Minuten oder länger, abhängig von Produktart, Dichtungsdesign und Materialien. Für Anwendungen wie Unterwassersensorik oder Außeninstallationen können Hersteller auch deutlich höhere Belastungen testen.

Der Hauptunterschied liegt im Wasserschutz:

  • IP67 schützt vor kurzfristigem Untertauchen, üblicherweise bis 30 Minuten in 1 Meter Tiefe.

  • IP68 erlaubt dauerhaftes Untertauchen über die IP67-Grenzwerte hinaus. Das kann tiefere Wasserstände, längere Zeiträume oder beides umfassen.
    Beide Klassen sind staubdicht (Ziffer 6). IP68 bietet also einen erweiterten Wasserschutz, der besonders für dauerhafte Outdoor-, Industrie- oder Unterwasseranwendungen relevant ist.

Ein IP68-Gehäuse ist grundsätzlich sehr gut für Außenbereiche geeignet, da es sowohl staub- als auch wasserdicht ist. Allerdings deckt die Schutzart nur den Schutz gegen feste Stoffe und Wasser ab.
Für eine dauerhafte Außenanwendung spielen zusätzlich weitere Faktoren eine Rolle, wie UV-Beständigkeit, Temperaturwechsel, Materialfestigkeit, Korrosionsbeständigkeit und mechanische Beanspruchung.
Ein IP68-Gehäuse kann also dauerhaft im Freien eingesetzt werden, wenn die verwendeten Materialien dafür ausgelegt sind. Diese Angaben sollten ebenfalls in den technischen Daten geprüft werden.

Nicht automatisch. Zwar verhindert IP68 das Eindringen von Wasser, aber Salzwasser ist aggressiv und kann Dichtungen, Metalle und Kunststoffe angreifen.
Für Anwendungen in Meeresumgebungen sollten daher Materialien mit entsprechender Korrosions- und Salzbeständigkeit gewählt werden.
Ein IP68-Gehäuse ist also nur dann für Salzwasser geeignet, wenn auch das Material dafür ausgelegt ist.

Ja zwischen IPX8 und IP68 gibt es Unterschiede:

  • IPX8 beschreibt nur den Wasserschutz gegen dauerhaftes Untertauchen, ohne eine Aussage zum Staubschutz.

  • IP68 enthält zusätzlich die Staubschutzklasse „6“, also vollständige Staubdichtigkeit.
    IPX8 wird verwendet, wenn Geräte nur auf Wasserbeständigkeit hin getestet werden, während IP68 einen umfassenderen Schutz bietet.